Diabetes mellitus bezeichnet die Zuckerkrankheit und kommt aus der griechischen Übersetzung “honigsüßer Durchfluss” man unterscheidet den sogenannten Typ-1 Diabetes mellitus, Typ-2 Diabetes mellitus, den Diabetes mellitus durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüsen, Hormonstörungen (z. B. Akromegalie, Cushing-Syndrom) als sogenannten Typ-3Diabetes mellitus und den Schwangerschaftsdiabetes (Typ-4 Diabetes mellitus). Die häufigste Form ist der Typ-2 Diabetes mellitus. Diese Patienten sind meistens übergewichtig.

In der Regel wird der Diabetes mellitus zufällig diagnostiziert. Bei dem häufigen Typ-2 Diabetes mellitus fällt ein erhöhter Blutzucker (Normbereich < 110 mg/dl nüchtern; < 140 mg/dl nach dem Essen) oder durch den Langzeitwert HbA1c (Blutzuckergedächtnis) auf. Der HbA1c liegt in der Regel < 5,8 %. Zwischen 5,8 – 6,5 % liegt ein Graubereich. Über 6,5 % kann von einem Diabetes mellitus ausgegangen werden. Die Bestätigung erfolgt nach derzeitigem Stand durch den oralen Glukosetoleranztest(sogenannte Zuckerbelastungstest). Der Nüchternwert muss bei Diagnose eines Diabetes mellitus >126 mg/dl bzw. >200 mg /dl nach 2 Stunden sein.

Der Typ-1 Diabetes mellitus, der häufiger Kinder und jüngere Erwachsene betrifft, entsteht durch einen Untergang des Zucker-senkenden-Hormons Insulin. Das Insulin wird in der Beta-Zelle der sogenanntenLangerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüsen produziert. Beim Typ1-Diabetes mellitus wird die Produktion des Insulins aus diesen Zellen gestört. So können Antikörper wie GAD-Ak, IA-2-Ak, Insulin-Ak und Inselzell-Ak nachgewiesen werden.

Der Typ-2 Diabetes mellitus entsteht meistens durch eine unzureichende Wirkung des Insulins. Hierdurch muss die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin produzieren (Hyperinsulinämie) welches nicht mehr wirkt (Insulin-Resistenz). Im weiteren Verlauf entsteht auch hier ein Insulinmangel (Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse) und somit ein erhöhter Zuckerwert. Die Insulinempfindlichkeit kann derzeit durch Medikamente oder auch durch eine Gewichtsreduktion gesteigert werden. Der Typ-2 Diabetes mellitus ist familiär gehäuft und somit genetisch-mitbedingt. Auslösende Faktoren sind meistens eine Bewegungsarmut, gesteigerte Kalorienzufuhr und die daraus resultierende Gewichtszunahme.

Der Blutzuckerspiegel alleine führt selten zu direkten Komplikationen. Sehr hohe Blutzuckerspiegel können allerdings zu einer Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Sehstörungen und Kopfschmerzen führen. Diese Symptome sind häufig bei einer Erstmanifestation eines Typ-1 Diabetes mellitus zu erkennen.

Komplikationen, die im Laufe von Jahren bei unzureichender Einstellung und Normalisierung der Blutzuckerspiegel entstehen sind: Augenveränderungen (Retinopathie), Nierenveränderungen (Nephropathie), Nervenveränderungen (Polyneuropathie) als auch die Atherosklerose wie z. B. die KHK (koronare Herzerkrankung).

Die Therapie des Diabetes mellitus richtet sich nach deren Typ. Ein Typ-1 Diabetes mellitus muss immer mit Insulin behandelt werden. Gold-Standard ist die sogenannte intensivierte Insulintherapie, bestehend aus einem Verzögerungsinsulin, welches ein- bis zweimal pro Tag injiziert werden muss, und einem Insulin zu den Mahlzeiten (prandiales Insulin). Hier können sogenannte Insulinanaloga als auch das Alt-Insulin (Normalinsulin) eingesetzt werden. Vor den Mahlzeiten muss der Blutzucker bestimmt werden, um das Insulin dementsprechend anzupassen. Eine intensive Schulung dieser Patienten ist hier zwingend erforderlich. Hierfür stehen Diabetesassistentinnen oder Diabetesberaterinnen sowie derDiabetologe zur Verfügung. Ebenfalls gibt es sogenannte Insulinpumpen, welche mit einem kleinen Schlauchsystem über einen zu tragendes kleines Handgerät kombiniert sind. Bei der Insulinpumpe wird kontinuierlich Insulin in das Unterhautfettgewebe abgegeben. Erneute Injektionen vor dem Essen sind nicht erforderlich, da auf Tastendruck das Insulin über das Schlauchsystem in den Körper vor den Mahlzeiten abgegeben werden kann.

Beim Typ-2 Diabetes mellitus ist neben der Gewichtsreduktion die sofortige Einnahme des Medikamentes Metforminerforderlich. Dieses muss einschleichend dosiert werden und sollte eine Tagesdosis zwischen 2000 und 2500 mg haben. Weitere Medikamente sind sogenannte Gliptine, welche als Tablettenform auch in Kombination mit Metformin gegeben werden können. Darüber hinaus stehen sogenannte Inkretin-Mimetika wie Exenatide und Liraglutide zur Verfügung. Letztere müssen injiziert werden und führen zu einer Gewichtsreduktion als auch zu einer Appetitregulierung. Weitere Tabletten sind Sulfonyl-Harnstoffe wie z. B. Glibenclamid oder Glimepirid. Auch können Tabletten wie das Metformin zusammen mit Insulin kombiniert werden. Primäres Ziel ist die Reduktion des HbA1c mindestens <7,0 % und bei jungen Patienten ohne Komplikationen <6,5 %. Hier muss der HbA1c bei jedem Patienten individuell als Ziel definiert werden.

Jeder Diabetiker ist gleichzeitig ein Risikopatient für Herz-Kreislauferkrankungen. Dementsprechend muss auch ein Belastungs-EKG oder ein Langzeit-EKG auf ggfs. vorliegenden Rhythmusstörungen durchgeführt werden. Die Halsgefäße als auch die Hauptschlagader müssen per Ultraschall ebenso kontrolliert werden wie der Eiweiß im Urin (Albumin im Urin), der auf eine Nephropathie hinweisen kann. Entsprechende Vorgaben sind durch einen Diabetes-Pass gut zu erkennen.